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Seit mehr als 30 Jahren erkläre ich technische Produkte und Zusammenhänge. Komplexe Themen verständlich aufzubereiten, ist mein Job. Die Digitalisierung macht ihn nicht überflüssig. Ganz im Gegenteil: Aus dem stetigen Fluss an Informationen ist eine Flut geworden. Deshalb kommt es mehr denn je auf Kompetenz und hochwertige, unverwechselbare Inhalte an.

Gleichzeitig sehen sich Journalisten einer wachsenden Konkurrenz im Internet ausgesetzt. Wenn jede Interessengruppe selbst kommuniziert und ihre Wahrheit online verbreitet, wird es schwerer für einzelne Stimmen, gehört zu werden. Freiberufler bekommen das indirekt zu spüren, weil sie seit Jahren von stagnierenden oder sinkenden Honoraren betroffen sind. Medienunternehmen, die mit Gratisangeboten im Internet konkurrieren und ihre Funktion als „Gatekeeper“ der Information verlieren, können sich eine faire Entlohnung ihrer Mitarbeiter immer weniger leisten.

Als Folge davon stellen sich viele Selbstständige neu auf. Sie schreiben zusätzlich Pressetexte und gehen als Influencer Medienkooperationen mit Unternehmen ein. Oder sie wechseln komplett die Schreibtischseite, wie es im Branchenjargon heißt – vom Journalismus in die PR. Nicht wenige meiner ehemaligen Kollegen aus Redaktionen sind mittlerweile für PR-Agenturen tätig oder haben selbst so ein Unternehmen gegründet.

Der Journalismus als Berufsstand verliert an Attraktivität. Dazu müssen seine Vertreterinnen und Vertreter sich gar nicht erst als Lügenpresse beschimpfen lassen. Viele werden den Beruf schon deshalb als Berufung empfinden, weil sie für seine Ausübung finanzielle Einschränkungen und eine unsichere Zukunft in Kauf nehmen.

Das ist kein Drama, jeder sollte über seine Berufswahl selbst entscheiden. Es könnte aber stärker thematisiert werden. In der Öffentlichkeit entsteht oft der Eindruck, die journalistische Arbeit von heute wäre gleichzusetzen mit der vor 30 Jahren. Von wegen. Ich bin heute viel mehr Unternehmer, Netzwerkadministrator, Lektor, Videocutter, Blogger, Webdesigner, Programmierer, Fotograf, Selbstvermarkter und Social-Media-Manager als ich mir bei meinem Einstieg hätte träumen lassen.

Journalisten sind die Bergleute des 21. Jahrhunderts. Geänderte Rahmenbedingungen stellen ihre Existenz infrage – spätestens dann, wenn Künstliche Intelligenz die Produktion übernimmt und automatisierte Texte einen Großteil der aktuellen Berichterstattung ausmachen. Wie wäre es also mit einer Energiewende, die es Journalisten ermöglicht, sich wieder mehr auf ihre traditionelle Aufgabe zu konzentrieren: das Schürfen von Informationen. Sonst gibt es diesen Beruf irgendwann nicht mehr. Und wer kanalisiert dann die Flut an Informationen – ein anonymer Algorithmus ohne Gesicht? Vielleicht besser nicht.


Stationen meiner beruflichen Laufbahn:

2022 – Mein „Handbuch Smart Home” für die Stiftung Warentest erscheint
2021 – Start des Projekts matter-smarthome.de
2014 – Start des Smarthome-Blogs digitalzimmer.de
2013 – Konzeption und Textproduktion des Sonderhefts „eHOME“ für ComputerBild
2010 – Start des YouTube-Kanals „digital-room“ (später in digitalzimmer umbenannt)
2009 – Gründung DIGITAL-ROOM GmbH (Produktion von Erklärvideos)
2006 – Entwicklung der Einkaufsberater-Reihe „Pocket Guide“ für den Herstellerverband gfu
2005 – Gründungsmitglied des Journalisten-Netzwerks „editor-online“
2003 – Chefredakteur „video“
2002 – Gründung des Medien- und Redaktionsbüros Grün
2001 – Producer CHIPtv (Internet-TV-Programm des Computermagazins CHIP)
1998 – Geschäftsführender Redakteur „Verbrauchermagazin Plus“
1994 – Textchef „connect“
1992 – Geschäftsführender Redakteur „VIDEOaktiv“
1988 – Redakteur „Audio“
1986 – Volontariat bei der Motor-Presse Stuttgart